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foto-dami

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Tuesday, August 9th 2011, 10:43pm

Spatenschwanz - Guppystamm aufbauen

Hallo Guppyspezialisten hier im Forum,

ich möchte mir (neben meinen wilden Guppys) einen Stamm Hochzuchtguppys aufbauen. Das Ziel ist ein Spatenschwanz (oder Speerschwanz) mit Snakeskin oder Filigran (schwarz/gelb). Auch orange wäre denkbar.
Da mein Ziel nicht ist, die Fische auf Leistungsschauen bewerten zu lassen, sondern es vielmehr mein eigener Stamm werden soll, mit dem ich züchterische Erfahrungen sammeln will und einfach aus Spaß an der Freude zielgerichtet "arbeiten" möchte, sind die festgelegten Standards für mich nicht zwingend verbindlich. Hintergrund dafür ist auch, dass ich einen Speerschwanz mit Rückenflossse des Spatenschwanzes durchaus auch reizvoll finde. Die hoch gezogene Rückenflosse sagt mir einfach nicht so zu, wie die des Spatenschwanzes, obwohl mir die Schwanzflosse des Speerschwanzes fast noch besser gefällt. Ich weiß, dass ein Speerschwanz mit Spatenschwanz-Rückenflosse nicht dem Standard entspricht. Aber für mein esthetisches Empfinden ist dies durchaus erstrebenswert. Und ich möchte ja auch ausschließlich für mich züchten.

Am reizvollsten wäre es nun (für mich), aus der Zoohandlung ein Paar halbwegs passende Guppys (welche mit Sicherheit völlig vermanscht sind) zu holen und damit anzufangen. Damit würde ich mir tatsächlich etwas eigenes aufbauen. Hier stünde dann natürlich erst einmal die Rückkreuzung an. Mit Tieren aus einem Stamm, welcher meinem Zuchtziel nahe kommt, welche man mit Scherheit bei verschiedenen Züchtern erstehen könnte, wäre es natürlich leichter, da ein großer Teil der Arbeit ja schon gemacht wurde. Denkbar ist das auch für mich. Aber spannender wäre natürlich die Zoohandlungsvariante. Die Fragen, welche sich an dieser Stelle auftun sind nun folgende:
Kann ich grundsätzlich mit Großflossern beginnen, mir hier ein Männchen mit relativ kleiner Schwanzflosse besorgen, welches eventuell auch schon die Färbung betreffend in die richtige Richtung geht?
Ist es richtig, dass ich mir ein Weibchen besorgen muss, welches das Snakeskin vererbt, da es meistens über die Weibchen vererbt wird. Bei Filigran ist das ja wohl so?
Woran erkenne ich solch ein Weibchen?
Gibt es Formen/Farben, die für mein Vorhaben (Zuchtziel) überhaupt nicht geeignet sind?
Oder hat hier jemand zufällig geeignete "Versuchsobjekte" übrig?

Nach der eventuellen Rückkreuzung werde ich nicht, wie wahrscheinlich meist üblich mit der Linienzucht fortfahren, sondern eine andere Zuchtmethode wählen. Ich möchte "im Schwarm züchten". Hierbei weiß ich allerdings noch nicht, welche Methode ich anwende.
1. Methode: 1 Männchen bei den Weibchen - Jungfische wachsen im selben Becken auf - alle entstehenden Männchen werden in einem andern Becken aufgezogen - das "beste" Männchen wird dann gegen den Vater ausgetauscht - und so weiter
2.Methode: Die besten Männchen und Weibchen werden im Schwarm vermehrt - Weibchen werden zum Werfen abgesetzt und kommen danach wieder zurück zum Schwarm - Junge werden (nach Geschlechtern getrennt) aufgezogen - Männchen und Weibchen mit den besten Eigenschaften werden in den Schwarm der Elterngeneration integriert - eventuell werden ältere Tiere durch Nachkommen ersetzt oder der Schwarm wird vergrößert.

Ich weiß, dass mit diesen Zuchtmethoden keine Siegerguppys gezüchtet werden, aber das soll ja auch nicht das Ziel sein. Eine gezielte Zucht sollte so aber durchaus möglich sein. Und ich erhoffe mir dadurch weniger inzuchtbedingte "Ausfallerscheinungen" (Fertilitätsprobleme, Kurzlebigkeit, Deformierungen, geringe Größe...). Besonders wichtig ist (auch) hier natürlich eine konsequente Selektion.
Welche der beiden Methoden ist denn aus Eurer Sicht die erfolgversprechendere?
Gibt es andere (erprobte) Methoden zur Zucht im Schwarm?
Schätz Ihr diese Methoden als "zum Misserfolg verurteilt" ein?

Obwohl ich mich schon eine ganze Weile mit der Hochzucht und Genetik des Guppys näher beschäftigt habe (Literatur, Weltnetz), stecke ich hier noch in den Kinderschuhen. Ich möchte aber gerne tiefer in diese Materie einsteigen (Vererbung welcher Grund-/Deckfarbe in welchen Kombinationen, x- und y-gebundene Vererbung, Kombinationsmöglichkeiten und -unmöglichkeiten..........).
Vielleicht habt ihr diesbezüglich ja Tips für mich (Literatur, Internet)?

Über Anmerkungen, Hinweise, Tips oder auch Kritik freue ich mich!

Gruß
Micha
Das Besondere vom Normalen trennt die Leidenschaft, mit der man für etwas lebt.
Mein Wilformen-Projekt: www.wildformen.de

2

Thursday, August 11th 2011, 12:04pm

nundenn

Hallo,

ich kann dir zwei Blonde Platinum Speerwanz Männchen anbieten. Ohne hochgebogene Rückenflosse, und einen 4 Wochen alten Wurf (rund 15 Tiere) graue (spalt lutino) Galaxy Spatenschwänze.

Daraus was zu Basteln ist alle mal nen besserer Start, als diese Zooladenbruchlandung, die ohne Zuchterfahrung (und mit der angestrebten Methode) 100% auftreten wird.

Als Linktipp, guck mal beim IGPD auf der Homepage herum, da findest du ne Menge Speerbilder und via Forum auch Kontakt zu den Züchtern.

Ich würde etwa so verfahren:

1 Becken mit nem Zuchtschwarm
Xyz Becken zum Absetzen der Weiber (notfalls auch nur Zeitweise & aus Plastik) optimal wären rund um 10 Weibchen, die abgesetzt werden.

1 großes Becken zur gemeinsamen Aufzucht aller Jungtiere, die innerhalb von 5 Wochen geworfen werden sollen!
Aussortiert werden kurz vor der Geschlechtsreife der Männchen alle Weibchen, bis auf die 10 – 15 größten, die kommen in den Zuchtschwarm (dort fliegend dafür die Alten raus).
Nur Jungfrauen in den Zuchtschwarm integrieren!
Das nun reine Männchenbecken – mindestens 6-10 Monate lang regelmäßig mal durchselektieren, bis dahin haben die Männchen, die verlängerte Flossen haben/zeigen, diese auch ausgebildet.
Aus dem „bestem Rest“ werden die neuen Zuchtmännchen ausgesucht und auch in den Zuchtschwarm integriert. Wer da noch auszipfelt/Flossen schiebt (gilt auch für die alten Männchen) fliegt raus.
(Der beste Kurzflosser ist immer der, der im Alter noch kurz ist – ansonsten wirken junge Triangel auch wie Kurzflosser.)

Dann zapft man wieder eine Generation usw.

Bitte keine Etagenzucht (alte und junge Tiere zusammen) man weiß nicht, ob die genetisch bedingt so klein geblieben sind, oder weil die Futterkonkurrenz so groß ist, oder weil das verzwergte Tier einfach nur jünger ist. Oft kriegen die Jüngeren zu wenig ab, die Älteren verfetten nach und nach. Deshalb maximal 5 Wochen zwischen den Würfen, optimal wären nahezu gleichalte Würfe.

gruß tobi
"Der Guppy - Das kleine Wunder"

http://www.guppyfocus.blogspot.com

cheraxfan

Aquarianer

Location: 89275 Elchingen

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3

Thursday, August 11th 2011, 12:16pm

Hi,

alle Deine Fragen zu beantworten hieße ein Buch schreiben :D

Du willst Spatenschwänze ziehen, dann würde ich nicht mit Triangel anfangen. Du willst was buntes, was eigenes, das wollen wir alle :D . Besorg Dir ein Männchen, das von der Beflossung in Deine Richtung passt, meinetwegen auch in der Zoohandlung. Und besorge Dir jungfräuliche Guppymädels, die kriegst Du eben nicht in der Zoohandlung. Der Rest ist Arbeit und ein glückliches Händchen.

Wenn Du wirklich kontrolliert züchten willst, mußt Du wissen was in Deinen Tieren steckt. Die "der ganze Stamm in einem Becken" Methode passt da nicht. Ein Männchen und eine Jungfrau, höchstens 3, zusammen und sobald die ersten Jungen da sind kommt der Alte raus. Sobald erkennbar fische ich die jungen Mädels und Buben raus, das da nichts durcheinander kommt.
Grüsse aus dem Wilden Süden

Hans

Viktoriaseebarsch? Nein Danke. Schon mal "Darwins Alptraum" gesehen? ;(

4

Thursday, August 11th 2011, 12:28pm

Hi,

das stimmt! Die Methode von Hans ist die effektivste.( & empfehlenswerteste für einen Anfänger.)

Nebenbei:

Es ist schwer genug einen Hochzuchtstamm "auf hohem Niveau" zu halten.
Ebenso schwer aus zwei Hochzuchtstämmen was neues zu machen und noch schwerer mittels Kreuzung von Hochzucht und (Zooladen)Tieren unbekannter Herkunft/Genetik etwas Gescheites zu züchten. (Egal ob, man den Standard als Ziel nimmt oder ein eigenes Ziel entwickelt) Hier haben selbst Profis oft echte Probleme (manches geht auch oft einfach nicht -> schwarze Albinos ).

Aber um aus Hybrid-Triangeln nen Spatenschwanzstamm zu selektieren (ohne Einkreuzung) braucht man "mehrere Menschenleben"... oder n 6er im Genetik-Lotto (Neumutation).

cheers tobi
"Der Guppy - Das kleine Wunder"

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foto-dami

ehemals foto-dami

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5

Thursday, August 11th 2011, 10:11pm

Hallo Tobi und Hans,

erst einmal vielen Dank für Eure Antworten.

Die "Zooladenbruchlandung" ist verworfen.

Hans beschreibt hier ja die "klassische Linienzucht", wenn ich das richtig verstanden habe (ich vermute, dass aus den Jungen dann wieder das beste Männchen und maximal 3 Weibchen angesetzt werden). Hierbei werden ja immer wieder Geschwister bzw. Halbgeschwister verpaart. Damit das auf Dauer gut geht sollte man ja mindestens mit 3 Linien fahren, aus denen man dann (nach verschieden möglichen Methoden) (erbgleiche) Tiere innerhalb der unterschiedlichen Linien austauscht. Da hierfür ja eine ganze Menge Aquarien nötig ist, kommt das für mich (und vorallem meine mein Hobby ertragende Frau :love: - "das neunte Aquarium war aber jetzt wirklich das letzte!" :whistling: ) leider nicht in Frage, obwohl ich weiß, dass das die effektivste Methode ist.

Die IGPD-Seite kenne ich, und konnte mir so auch schon "ein Bild von Dir machen", Tobi. Sonst liest man Dich ja nur in verschiedendsten Foren. Ja auch dort habe ich schon nette bildliche Anregungen bezüglich Speer-, Spaten-, Nadelschwänze gefunden. In der Galerie gefällt mir zum Beispiel der erste Guppy schon ganz gut (ich tippe mal ganz laienhaft auf blonder Galay-Spatenschwanz), obwohl ich nicht so auf blond sondern eher auf grau als Grundfarbe stehe. Das Forum ist vielleicht wirklich mal ein Anlaufpunkt.
Was Deine Angebote angeht: Die blonden Platinum Speerschwänze sind eher nichts für mich. Bei den Galaxy-Spatenschwänzen verstehe ich das (spalt lutino) so, dass die Fische im Phänotyp grau sind, aber das rezessiv vererbte lutino in sich tragen und es somit hin und wieder "ausbricht". Ist das ungefähr richtig? Wenn ja, wären sie durchaus interessant für mich. Weiter Verhandlungen über PN?

Gruß
Micha
Das Besondere vom Normalen trennt die Leidenschaft, mit der man für etwas lebt.
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cheraxfan

Aquarianer

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6

Friday, August 12th 2011, 8:41am

Hans beschreibt hier ja die "klassische Linienzucht", wenn ich das richtig verstanden habe (ich vermute, dass aus den Jungen dann wieder das beste Männchen und maximal 3 Weibchen angesetzt werden). Hierbei werden ja immer wieder Geschwister bzw. Halbgeschwister verpaart. Damit das auf Dauer gut geht sollte man ja mindestens mit 3 Linien fahren, aus denen man dann (nach verschieden möglichen Methoden) (erbgleiche) Tiere innerhalb der unterschiedlichen Linien austauscht. Da hierfür ja eine ganze Menge Aquarien nötig ist, kommt das für mich (und vorallem meine mein Hobby ertragende Frau :love: - "das neunte Aquarium war aber jetzt wirklich das letzte!" :whistling: ) leider nicht in Frage, obwohl ich weiß, dass das die effektivste Methode ist.

Hi,

also ich ziehe immer nur mit einer Linie, Verwandtschaftverhältnisse und Inzucht beachte ich überhaupt nicht. Es gibt Guppyforschungsstämme die seit mehr als 50 Jahren ohne " Blutauffrischung" gezogen werden. Ein gutes Mittel zur Festigung der Flossenform sind Vater-Tochter Verpaarungen.

Edit: Meine Endler Lutino habe ich aus 2 Tieren (höchstwahrscheinlich Geschwister) gezogen, die wiederum sind in einem Stamm normaler Aquarienendler gefallen, der auch auch von nur 2 Tieren abstammt.
Grüsse aus dem Wilden Süden

Hans

Viktoriaseebarsch? Nein Danke. Schon mal "Darwins Alptraum" gesehen? ;(

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Friday, August 12th 2011, 8:42am

Hallo,

Galaxy Spaten rez. Lutino bedeutet,

1. dass die Tiere einen Lutino Vater und eine Graue Mutter hatten - selbst phänotypisch grau und genetisch mischerbig auf Lutino sind.
2. dass hin und wieder (in der ersten Verpaarung zu 50 %) Lutinos fallen werden (erster Galaxy in der Galerie - sehen aus wie Blond , haben aber schillernde Augen)
3. die aber gesondert aufgezogen werden sollten, weil sie zum einen vorrangig von den Alttieren gefressen werden (was das folgende Problem recht schnell löst) und zum andern oft nicht so durchsetzungsstark beim Fressen sind, was die "murkeln" lässt, wenn sie mit grauen Jungfischen aufwachsen müssen.

Wenn du die Lutinos immer aussortierst und nur mit den Grauen weiterzüchtest, fallen prozentual immer weniger Lutinos und irgendwann keine mehr.

Der Stamm ist eigentlich ein "Selbstläufer" mit Selektionspotential in beliebige Richtungen, wie z.B: Rückenflossenform, Schwanzflossenform usw. die Einkreuzung von Speerschwänzen (die Blonden) kann mit etwas Glück und Geschick "Galaxy Speere" ergeben, die als "Nadel" im Züchterprofil der IGPD von Thomas Weiblen und Thomas Moedebeck zu sehen sind.

gruß tobi


alles andere per PM

tobi
"Der Guppy - Das kleine Wunder"

http://www.guppyfocus.blogspot.com

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